Washingtoner Konvention: Definition
Die Washingtoner Konvention, auch bekannt als die Washingtoner Prinzipien, ist eine unverbindliche internationale Vereinbarung, die am 3. Dezember 1998 von 44 Ländern angenommen wurde. Diese Vereinbarung zielt darauf ab, Kunstwerke zu inventarisieren, die zwischen 1933 und 1945 von den Nazis beschlagnahmt wurden, und ihre Vorkriegsbesitzer oder deren Erben zu identifizieren.
Ziele der Washingtoner Konvention
Das Hauptziel der Washingtoner Konvention ist es, die Rückgabe von Kunstwerken, die vom NS-Regime beschlagnahmt wurden, an ihre rechtmäßigen Eigentümer oder deren Erben zu erleichtern. Um dies zu erreichen, fordert sie eine internationale Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren wie Regierungen, Museen, Auktionshäusern und privaten Sammlern.
Bedeutung im Kunsttransport
Die Washingtoner Konvention ist von größter Bedeutung im Bereich des Kunsttransports. Sie legt spezifische Anforderungen fest, um sicherzustellen, dass beschlagnahmte Kunstwerke korrekt identifiziert und vor ihrem Transport zurückgegeben werden. Dies erfordert eine gründliche Überprüfung der Herkunft von Kunstwerken, insbesondere bei deren Export oder Import, um sicherzustellen, dass sie nicht aus Beschlagnahmungen stammen.
Bemerkenswerte Rückgaben
Seit der Annahme der Washingtoner Prinzipien wurden mehrere Kunstwerke an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Zum Beispiel wurde die Maria Lactans-Statuette aus dem 16. Jahrhundert, die ursprünglich dem Berliner Bankier und Sammler Jakob Goldschmidt gehörte, 2023 von einer deutschen Regierungsstiftung an seine Erben zurückgegeben.
Die Washingtoner Konvention hat weiterhin einen bedeutenden Einfluss auf die Politik der Rückgabe beschlagnahmter Kunstwerke und sensibilisiert die Öffentlichkeit und Institutionen für die Bedeutung der Provenienzforschung und der Rückgabe gestohlener Kulturgüter.